Brigitte EuroKA Beauty 2001
Markenstatus

Ohne ausreichendes Bekanntheitspotenzial hat eine Marke keine Chance, ein nennenswertes Sympathiepotenzial und daraus eine stabile Verwenderschaft zu entwickeln; der normale Markendreiklang heißt also: Bekanntheit > Sympathie > Verwendung.

In aller Regel werden dabei nur Marken verwendet, die auch sympathisch sind, der Anteil der Verwender ohne Markensympathie ist dabei gering. Dies ist der harmonische Dreiklang.

Je weniger ausgeprägt allerdings das Image einer Marke ist und je stärker der Markterfolg über eine (Niedrig-)Preisstrategie gesucht wird, desto stärker nähert sich das Sympathiepotenzial dem Verwenderpotenzial an, desto höher wird der Anteil der Verwender ohne Sympathie.

Bei Marken, die imageorientierte Markenführung und -kommunikation vernachlässigen und die auf andere strategische Schwerpunkte im Marketing-Mix setzen, verwandelt sich der harmonische Dreiklang in eine Dissonanz: Das Verwenderpotenzial nähert sich dem Sympathiepotenzial an und ist im Extremfall sogar größer als das Sympathiepotenzial; der Anteil der Verwender ohne Markensympathie dominiert das Markenbild. Auch dies ist natürlich ein Markenstatus, mit dem man gute Geschäfte machen kann, allerdings zeigt die Erfahrung aus den Analysen der KA, dass die Marktposition solcher Marken deutlich stärkerem Druck unterliegt als die der Marken mit harmonischem Dreiklang – eine Strategie, die auf die Harmonisierung des Dreiklangs (=Erhöhung des Sympathiepotenzials) setzt, wäre hier ein richtiger Schritt.

Unabhängig von der Größe des jeweiligen Bekanntheitspotenzials kann also die Relation des Markendreiklangs einer Marke im Vergleich zu ihren Wettbewerbern Aufschluss über die Stärke ihrer Marktposition geben.






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