Der Markendreiklang aus Bekanntheit, Sympathie und
Verwendung/Besitz kann als Schnittstelle von Markenpersönlichkeiten
und Verbraucherpersönlichkeiten angesehen werden. Er spiegelt wider,
in welchem Ausmaß die Marke mit allen ihren Facetten ihren
Produkteigenschaften, ihrer Distributionspolitik und ihrem kommunikativen
Auftritt auf Resonanz potenzieller Verbraucher trifft.
Die KA 2002 ermittelt diesen klassischen Markendreiklang für 944
Marken.* So unterschiedlich sich auch einzelne Markenpositionen darstellen
mögen, die psychologischen Mechanismen für Markterfolg sind
im Grunde immer gleich:
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Es werden meist Marken verwendet, denen es nicht nur gelungen ist, auf
rationaler Ebene Bekanntheit zu erlangen, sondern die darüber hinaus
auch emotional sympathisch erlebt werden. Im kommunikativen Vorfeld der
Verwendung findet ein Selektionsprozess
statt, der für Werbung gleichermaßen Chancen wie auch Risiken
bietet. Die 25,50 Mio. Frauen im Alter von 14 bis 64 Jahren kennen im
Durchschnitt 396 der 944 Marken, für die der klassische Markendreiklang
aus Bekanntheit, Sympathie und Verwendung bzw. Besitz ermittelt wurde.
Dass Bekanntheit zwar Voraussetzung, nicht aber Garant für den Erfolg
einer Marke ist, zeigt sich darin, dass noch nicht einmal jede vierte
Marke, die bekannt ist, auch zum Set der verwendeten Marken gehört.
Demgegenüber werden 55 % der individuell sympathisch erlebten Marken
auch verwendet; nur 20 % aller verwendeten Marken haben nicht die Sympathie
der Frauen, die sie nutzen. Dabei stellt sich die Markenwelt deutscher
Frauen in West und Ost noch immer unterschiedlich dar:
Anzahl bekannter, sympathischer und verwendeter
Marken
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| Gesamt | West | Ost |
Das Niveau der Markenpositionen variiert zwischen den
erhobenen Produktfeldern deutlich. Folgende Synopse zeigt auf,
wie viele Marken der KA Frauen im Alter von 1464 Jahren im
Durchschnitt kennen, sympathisch finden und verwenden bzw. besitzen und
wie hoch die Dreiklangswerte aller pro Produktfeld erhobenen Marken
im Durchschnitt sind.
Diese Durchschnittswerte können als erste Orientierungspunkte für
die Beurteilung von Markenpositionen in den einzelnen Produktfeldern dienen
und die Interpretation individueller Dreiklangswerte erleichtern.

Der durchschnittliche Markendreiklang aller Marken der KommunikationsAnalyse
2002 unterscheidet sich nur unwesentlich von den Durchschnittswerten ihrer
Vorgängerstudie.
Durchschnittlicher Markendreiklang im Vergleich
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| 1.011 Marken der KA 2000 |
944 Marken der KA 2002 |
Dennoch sind Markenpositionen keinesfalls statisch,
sondern sie unterliegen der Dynamik des Zeit-, Markt- und Kommunikationsgeschehens.
Für die meisten Marken der KA 2002 wurde auch schon in der KA 2000
der Markendreiklang erhoben. Auch wenn bei der Analyse von Veränderungen
der Position von Einzelmarken das hohe statistische Signifikanzniveau
von 99 % zugrunde gelegt wird, hat die Mehrzahl aller Marken in diesem
Zweijahreszeitraum ihre Markenposition signifikant verändert. Bezogen
auf alle Frauen im Alter von 1464 Jahren gilt dies für
den Bekanntheitsgrad von 61% dieser Marken
das Sympathiepotenzial etwa jeder zweiten Marke (49%)
den Verwenderanteil etwa jeder dritten Marke (34 %).
Die Veränderungen des Markenstatus innerhalb dieser Zweijahresspanne
weisen in aller Regel eine positive Tendenz auf: Der durchschnittliche
Bekanntheitsgrad dieser 783 Marken steigt von 45 % auf 47 %, der durchschnittliche
Sympathiegrad von 14% auf 16 % und die durchschnittliche Verwenderschaft
von 10 % auf 11%.
Dass anscheinend immer mehr Marken ins Bewusstsein der Verbraucher drängen
und es ihnen auch gelingt, emotional Anklang zu finden, erhöht den
Druck auf die Einzelmarke. Es gilt, eigene Sympathiepotenziale zu pflegen
und auszubauen und das Bild einer unverwechselbaren Markenpersönlichkeit
zu verankern, um schon im Vorfeld mittelfristige Substitutionsgefahren
abzuwehren.
Markenstatus
Ohne ausreichendes Bekanntheitspotenzial hat eine Marke keine Chance,
ein nennenswertes Sympathiepotenzial und daraus eine stabile Verwenderschaft
zu entwickeln; der normale Markendreiklang heißt also:
Hat die Marke ein gutes Image, übertrifft die Anzahl der Sympathisantinnen
das Verwenderpotenzial deutlich: Die Marke hat ein ausreichendes Reservoir,
aus dem sie Verwendernachwuchs schöpfen kann. Dieser Markendreiklang
kann als harmonischer Dreiklang charakterisiert werden.
Je unprofilierter allerdings das Image einer Marke ist und je stärker
der Markterfolg über eine (Niedrig-)Preisstrategie gesucht wird,
desto stärker nähert sich das Sympathiepotenzial dem Verwenderpotenzial
an, und desto höher wird auch der Anteil der Verwender ohne Sympathie
die Marke hat keinen ausreichenden Sympathieüberhang.
Im Extremfall verwandelt sich der harmonische Dreiklang in eine Dissonanz:
Es gibt mehr Verwender als Sympathisanten; Verwender, die keine Sympathie
für die Marke empfinden, haben einen hohen Anteil an der gesamten
Verwenderschaft. Auch wenn die Erlössituation solcher Marken durchaus
befriedigend sein kann, unterliegt die Marktposition solcher Marken einem
deutlich stärkeren Druck als die der Marken, die einen harmonischen
Dreiklang aufweisen.
Neben der rein quantitativen Betrachtung von Bekanntheits-, Sympathie-
und Verwenderpotenzialen ermöglicht es der Markendreiklang der KommunikationsAnalyse
auch, über die Relation dieser drei Parameter im Vergleich zum jeweiligen
Konkurrenzfeld
Stärken und Schwächen einer Marktposition abzuschätzen.
Markenpolitik

*Zusätzlich wurde für 37 Marken des Bereichs elektrische Haushaltsgeräte Bekanntheit, Sympathie und Kaufbereitschaft erhoben.





