Konsumklima
Im Allgemeinen sind Frauen heute mit ihrer persönlichen Lebenssituation im Großen und Ganzen zufrieden, aber immerhin etwa jede vierte äußert sich weniger oder gar überhaupt nicht zufrieden, wenn sie zusammenfasst, wie es ihr gesellschaftlich und privat zur Zeit geht. Für die nächsten zwölf Monate erwarten die meisten keine grundlegende Veränderung ihrer Lebensumstände; wenn doch, überwiegen positive Erwartungen, insbesondere bei Jüngeren.

Einschätzung der persönlichen Lebenssituation heute/in einem
Jahr
1994 – Helmut Kohl sollte im Herbst in Bonn für
eine weitere Legislaturperiode zum Kanzler gewählt werden –,
als die KA zum ersten Mal in gesamtdeutschem Rahmen diese Fragen stellte,
war die allgemeine Zufriedenheit größer: 81% aller Frauen äußerten
sich sehr oder überwiegend zufrieden, und basierend auf dieser optimistischeren
Einschätzung wurde die Entwicklungstendenz ähnlich wie heute
eingeschätzt.
Insbesondere die eigene wirtschaftliche Lage wird heute kritischer beurteilt
als vor zehn Jahren. Bezeichneten damals 66 % aller Frauen ihre wirtschaftliche
Situation zumindest als gut, sind es heute nur noch 57 %. Knapp 30 % – verstärkt
Frauen, die schon jetzt mit ihrer wirtschaftlichen Situation nicht zufrieden
sind – befürchten zudem eine Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen
Lage.

Einschätzung der eigenen
wirtschaftlichen Lage
heute/in einem Jahr
Mit ein Grund für diese Entwicklung dürfte ein weit verbreitetes Teuerungsgefühl sein. Berechtigt oder nicht, viele Frauen sind der Ansicht, dass sich die Preise im Zuge der Einführung des Euro spürbar erhöht haben.

Einschätzung der
Preisentwicklung seit
Einführung des Euro
Das weit verbreitete Teuro-Gefühl veranlasst viele
Frauen, bewusst zu sparen, und bietet den Nährboden für aggressive
Preiskampagnen des Handels.
Ob Sparzwang oder Zeitgeist: Alle Konsumbereiche sind betroffen, wenn
auch in unterschiedlichem Maße.

Bewusste Reduzierung
der Geldausgaben
Was dieses Sparbewusstsein konkret bedeutet, untersucht die KA 2004 exemplarisch für den Bereich Kosmetik, Körperpflege: Wer seine Geldausgaben hier reduziert, tut dies in den meisten Fällen nicht durch Konsumverzicht, sondern ist in erster Linie bestrebt, seine Marke(n) im Sonderangebot zu erhalten. Auch billigere Marken oder Handelsmarken können eine Alternative sein, wenn es gilt, Geld zu sparen.
Einkaufsverhalten
Marken sind nach wie vor zentrales Kaufargument. Bei insgesamt 18 identisch abgefragten Produkt-Kategorien dominiert im Spannungsfeld von Marke und Preis beim Einkauf eindeutig die Markenorientierung. Allerdings zeigt sich auch hinsichtlich dieser generellen Einkaufsdisposition eine Zunahme der Preissensibilität.

Marken-/Preisverhalten
Discounter sind im Aufwind. Längst ist es eine Selbstverständlichkeit, seinen Bedarf zumindest partiell bei Aldi, Lidl, Penny oder in anderen Discountgeschäften zu decken. Zwei von drei Frauen kaufen mindestens einmal in der Woche bei einem Discounter ein, und auch in höheren Einkommensklassen ist die Fahrt zum Discount oftmals Routine.

Einkaufshäufigkeit
Discountgeschäft
Der Discount weitet das Angebot aus und versucht sogar schon, Eigenmarken als „Exklusivmarken“ zu positionieren. Nur zeitweise vorgehaltene Waren, auch solche, die nicht zum eigentlichen Sortiment gehören, sollen die oft postulierte „Schnäppchenmentalität“ bei Verbrauchern forcieren, die durch „Geiz ist geil“-Kampagnen zusätzlich angeheizt wird.
Der Handel propagiert Niedrigpreise, die Marke tritt dabei in den Hintergrund. Und: Mit Niedrigpreisen angelockte Verbraucher machen oftmals gute Erfahrungen.

Rationaler Kauf

Vertrauen in Marken
Dass ein Produkt Markenartikel ist, bedeutet also nicht
unbedingt einen entscheidenden Produktvorteil. Und: Zu wissen, dass es eine
Marke gibt, ist für die meisten Frauen kein ausreichender Grund, sie
zu verwenden. Frauen bauen Beziehungen zu einzelnen Markenpersönlichkeiten
auf, und nur Marken, die es im Kommunikations-Mix schaffen, eine unverwechselbare,
sympathische Identität zu erlangen, bieten Frauen Argumente, ihre Produktqualitäten
auch über nüchterne Preis-Leistungs-Erwägungen hinaus zu
schätzen.
Dies stellt nicht nur hohe Anforderungen an die Inhalte werblicher Kommunikation,
sondern auch an die Zielgruppen- und Media-Auswahl.
